Russland Visum

Wie bekomme ich ein Visum für Russland?

Das russische Visum

Das russische Visum

Das russische Visum ist nicht ganz einfach zu bekommen. Den Antrag für das Visum selbst kann man auf der Seite des russischen Konsulats herunterladen. Offiziell benötigt man als Tourist aber zusätzlich noch eine amtliche Einladung / Bestätigung des Reiseveranstalters, dass man vom Tag x bis zum Tag y eine Reise in Russland gebucht hat oder zumindest eine Bestätigung des Hotels für die gebuchten Nächte. Das Visum wird dann auf den Tag genau für diesen Zeitraum ausgestellt.

Diese Bestimmungen passen natürlich so gar nicht zum Konzept der Individual-Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Selbst wenn die Unterkünfte überhaupt schon alle vorab gebucht sind, müsste man ja die Bestätigungen alle einzeln anfordern. Und die Nächte, die man in der Transsibirischen Eisenbahn verbringt, kann man auch schlecht nachweisen.

Da dieses Problem natürlich viele Menschen haben, gibt es „Reiseveranstalter“ in Russland, die diese Bestätigungen für das Russland Visum auf Bestellung ausstellen. Was zunächst nach einem windigen, halblegalen Geschäft klingt, ist gang und gäbe. Ich habe bislang auch von niemanden gehört, der damit Probleme hatte.

Dennoch bleibt noch eine ganze Menge zu organisieren. Diese Einladung muss bestellt werden und man muss persönlich zum Konsulat gehen, eine Nummer ziehen und dann vorsprechen. Ist das Visum für Russland erteilt, muss man erneut zum Konsulat, um seinen Pass abzuholen. Zudem ändern sich die Regeln für die Visa-Erteilung recht häufig.

Ich bin normalerweise kein großer Freund von Agenturen, die Geld für Dinge kassieren, die man auch selber machen kann. Aber in diesem Fall ist das Kosten-Nutzen Verhältnis der Visum-Agenturen angemessen. Man kann dort einfach seinen Pass und seinen Antrag einschicken und bekommt den Pass einige Zeit später mit eingeklebtem Russland Visum zurück. Zudem überprüft die Visum Agentur erst den Antrag und sagt Bescheid, wenn etwas nicht stimmt. Damit minimiert man auch die Gefahr, dass man wegen eines kleinen Formfehlers doppelt für den Visums-Antrag bezahlt. Mehr zu den Preise gibt es auf der Preisseite.

Neben dem Antrag und der Einladung benötigt man als deutscher Staatsbürger für die Gewährung des Visums noch einen Krankenversicherungs-Nachweis. Da hierbei einiges zu beachten ist, habe ich dem Thema Krankenversicherung eine eigene Seite gewidmet.

Bei der Einreise in Russland bekommt man eine „Arrival-Card“, wo man seinen Namen, seine Passnummer etc. ausfüllt. Man bekommt eine Kopie davon und sollte diese sicher aufbewahren, da man sie bei der Ausreise wieder abgeben muss. Zudem sollte man seine Zugtickets aufbewahren, damit man im Zweifel nachweisen kann, wann man sich wie um Land bewegt hat.

 

Die Registrierung

Hält man sich länger an einem Ort auf, muss man sich registrieren. Über das Thema Registrierung gibt es sehr viele Gerüchte und unterschiedliche Meinungen. Auf manchen Seiten ist von hohen Strafen bis zur Abschiebung die Rede, andere Leute berichten, dass sie sich noch nie registriert haben und auch noch nie Probleme hatten. Zudem ändern sich die Bestimmungen recht häufig. Was steckt also dahinter?

Prinzipiell möchte die russische Regierung gerne wissen, wo sich die Ausländer in ihrem Land so aufhalten. Deswegen muss jeder, der Ausländer aufnimmt diese anmelden und wieder abmelden, wenn sie fahren. Diese Anmeldung wird als „Registrierung“ bezeichnet.

Soweit die Theorie. In der Praxis kann jedoch die Ausländerbehörde die ganzen An- und Abmeldungen gar nicht verwalten. Daher wurde dieses Gesetz wieder gelockert. Seit März 2011 muss man sich nur noch registrieren, wenn man sich länger als sieben Werktage an einem Ort aufhält. Wechselt man also alle paar Tage den Ort, ist keine Registrierung nötig.

Die meisten Reisenden der Transsibirischen Eisenbahn sind damit aus dem Schneider. Ist man doch mal länger als sieben Werktage an einem Ort, sollte man das Hotel oder Hostel, in dem man wohnt, nach der Registrierung fragen. Dieses erledigt die Registrierung (manchmal gegen eine geringe Gebühr) und man bekommt einen Beleg. Registriert man sich trotz längere Aufenthaltsdauer nicht, wird es zwar vermutlich auch niemanden interessieren, aber das hängt immer ein wenig davon ab, an wen man bei der Ausreise gerät.

Insgesamt wird um das ganze Thema „Wichtige Zettel, die man unbedingt aufheben muss“ meiner Meinung nach mehr Wind gemacht, als nötig. Hebt eure Arrival Card, eure Zugtickets und ggf. die Registrierungs-Belege auf, dann kann eigentlich nichts passieren 🙂

 

In eigener Sache

Visa-Bedingungen können sich jederzeit ändern. Ich versuche die Infos auf dieses Seite aktuell zu halten, kann aber nicht für ihre Richtigkeit garantieren und auch keine Haftung dafür übernehmen. Bevor ihr nach Russland fahrt, solltet ihr euch beim Auswärtigen Amt nochmal informieren, ob sich nichts geändert hat.